Deutsch-französisches Freundschaftsprojekt

Zum 80. Jahrestag der Vernichtung des französischen Dorfs Oradour-sur Glâne, durch Angehörige der SS-Division „das Reich“ und der Ermordung von 643 Einwohnern, reisten SchülerInnen des Politik-und-Gesellschaft-Kurses des Walter-Eucken-Gymnasiums von Sandra Butsch und Schüler von Stéphane Pir der l’EREA, einer sonderpädagogischen Einrichtung in Illkirch-Grafenstaden im Elsass, 2024 auf Einladung des Bürgermeisters von Oradour an den Ort der Gräueltaten, um der Gedenkveranstaltung mit Präsident Emmanuel Macron und dem Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier beizuwohnen und einen Kranz niederzulegen. Die Freundschaften, die sich daraus ergaben, wurden in diesem Schuljahr durch eine große Schülerbegegnung weiterhin gefestigt.

Intensivierung der deutsch-französischen Freundschaft

So gipfelte auch 2025 ein mehrtägiges Projekt zur Vertiefung der deutsch-französischen Freundschaft in Präsentationen der beteiligten Schülergruppen zur historischen Aufarbeitung des Themas in Strasbourg. Unter den Gästen waren neben SchülerInnen auch politische Vertreter, Präsidenten und Mitglieder diverser engagierter Vereine und Gedenkstätten sowie Militärvertreter. Beteiligt waren mehrere Klassen und Lehrer des Collèges Victor Hugo in Tulle – wo das Massaker der SS-Division „das Reich“ am Tag vor Oradour stattfand - und der l’Erea in Illkirch-Grafenstaden sowie der Politik und Gesellschafts-Kurs des Walter-Eucken-Gymnasiums in Freiburg. Die SchülerInnen berichteten über die jeweilig regionale Geschichte während des zweiten Weltkriegs und die Projekte, in denen sie arbeiten. Die Vorträge wurden tiefgründig und arbeitsintensiv präsentiert.

Tag in Freiburg

Der erste Tag war der Besichtigung Freiburgs mit einem Empfang im repräsentativen Saal des Rathauses durch Stadtrat Dr. Klaus Schüle gewidmet. Dr. Klaus Schüle spricht in seiner Ansprache über die Vergangenheit, aber noch mehr über gemeinsame Herausforderungen von Deutschland, Frankreich und der europäischen Union.

Tag im Elsass

An Tag zwei der transeuropäischen Begegnung machten sich die SchülerInnen aus Freiburg auf den Weg in die Vogesen. Die Gruppen von beiden Seiten des Rheins besuchten gemeinsam das Mémorial Schirmeck und arbeiteten über die De-Facto-Annexion des Elsasses. Eine detailreiche und interaktive Ausstellung brachte den SchülerInnen das Leben der Elsässer während der NS-Zeit näher. „Nur das Bewusstsein, auch über diesen Teil unserer Geschichte, lässt uns ein tiefes Verständnis für französische Perspektiven erlangen, welche unabdingbar sind für ein deutsch-französisches Verständnis und eine Freundschaft“, so Tobias Schließmann, Schüler des Freiburger Gymnasiums.

Gemeinsames Gedenken und Austausch über Aufarbeitung

Am späteren Nachmittag begegneten die TeilnehmerInnen dem traurigen Gipfel des NS-Grauens in der Region, dem Konzentrationslager Natzweiler-Struthof. „Das Gedenken an die Zeit, zusammen mit französischen Jugendlichen ist nicht leicht, aber umso wichtiger“, resümiert Xaver Gössl sichtlich betroffen.

„Die mehrtägige Zusammenkunft war eine interessante Möglichkeit, die eigene Perspektive zu erweitern. Nicht oft gewinnt man Einsicht darüber, wie andere Nationen die gemeinsame Vergangenheit aufarbeiten“, resümiert Yilmaz Yali die erlebnisreiche Woche.

S. Butsch

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